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Die ewige Wiederkehr


Die nächste Überlegung zum Phänomen des Todes hat einen ganz anderen Ansatz: Sie fußt auf Gedanken, die sich schon die Stoiker und Friedrich Nietzsche, aber mit anderen Schlüssen, machten. Es ist die Idee der ewigen Wiederkehr.

Bezogen sich die Untersuchungen von polymorphen Phänomenen noch auf einen relativ überschaubaren Zeitraum, beschäftigt sich der folgende Text mit einer logischen Ableitung des Lebens unter Einbezug der Unendlichkeit.

Wenn wir die immerwährende Produktion von Materie und den Materialstrukturen, die unser Leben ausmachen aus der Zeitlosigkeit der Leere voraussetzen - und welchen Grund gäbe es, das nicht zu tun? - dann wird nach unserem Ableben dieselbe Materialanordnung, die unser Leben ausmacht, im selben (weil begrenzten) Zeitablauf, egal, wie verflechtet und hochkompliziert sie sein mag, irgendwann, in fast unendlich entfernter Zukunft, und nicht unbedingt in unserem jetztigen Universum, wiederkehren - und immer wieder wiederkehren.

Der Tod ist nicht, mit keinem Zeitempfinden und nicht als quälende Leere wahrnehmbar. Der Tod ist NICHTS. Wer aufwacht, hat Milliarden, Trilliarden Jahre des Todseins nicht wahrgenommen. So muss das Leben immerwährend wahr genommen werden. Aber nicht als neues, oder erweitertes Leben: Es kommt immer wieder in seiner kompletten Duplizität.

Diese Gedanken veranschaulichen, dass vor den Augen der Ewigkeit - und unser zeitloser, raumloser Quell produziert nichts anderes als Unendlichkeit und Ewigkeit - das Gestern, Heute und Morgen als feste Wahrnehmungsgrößen des Lebens auf der Zeitschiene keinen Bestand haben. Das Gestern kommt immer wieder! Das Bewusstsein von unserem Leben - und dieses Bewusstsein zu verlieren, ist ja unsere größte Angst - wird immer von uns als gegenwärtig empfunden.

*

Wir müssen uns vorstellen, dass unsere Erfahrung der Endlichkeit, der Unerfahrbarkeit der Unendlichkeit unseres Todseins gegenüber steht.
Der Tod ist nicht erfahrbar. In objektiver Wahrnehmung nimmt der Erfahrene den ganzen Raum der Existenz ein. Denn: Der Tod ist NICHTS!

Nur die Nachlebenden erfahren den Tod ihrer Verstorbenen als eine zeitliche und räumliche Größe: Er ist ab dann tot, er ist nicht da, und das tut weh.
Aber der Tote hat sich aus dem System dieser Wahrnehmungsgrößen ausgeklinkt. Er ist "nicht mehr von dieser Welt".
Und er kann die "Welt", die sein Leben war, nicht als "vergangen" abhaken, denn nicht einmal die zeitliche Wahrnehmung "Vergangen" kann er haben. Sein Leben ist für den Toten ein ewig bestehendes Bild.
Die subjektive Wahrnehmung kennt keinen Tod!




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