Wie nehmen wir diese Wirklichkeit wahr?
Wahrnehmung ist die sinnliche Aufnahme eines Teils der Wirklichkeit. Diese Wahrnehmung ist an sich Wahrheit. Aber diese Wahrnehmung kommuniziert, mit der zum Gutteil unbewussten, Erfahrung, bevor sie ins Bewusstsein tritt. D.h. die ins Bewusstsein getretene Wahrheit ist mehr oder weniger eine durch Interpretation verzerrte Wahrheit. Dieses Vermischte gilt es zu trennen, soweit es geht.
Und diese notwendige Aufgabe scheint mir doch die größte Schwachstelle auf dem Weg zur Wahrheitsfindung, resp. der Erkennung der Wirklichkeit, zu sein.
Die sinnliche Wahrnehmungsebene wird auch die Erscheinungsebene genannt. Sie ist gegenwärtig, sie "erscheint", einzig sie ist sinnlich wahrnehmbar.
Sie steht aber in Bezügen zu Determinanten, horizontal auf der Gegenwartsebene und vertikal in die Vergangenheit. Der horizontale Kausalbezug ist für den Betrachter möglicherweise nicht, der vertikale Kausalbezug gewiss nicht sinnlich wahrnehmbar. Der nicht sinnlich wahrnehmbare Teil eines Objekt-Komplexes wird Wesen genannt.
Das Wesen zu ergründen, bedarf logischer und empirischer Arbeit, nach einer Methodik der Beweisführung, die das Ziel des Beweises hat. Jedes Zwischenziel ist das Ergebnis nahe liegender Spekulation.
(Die buddhistische Definition:
Der Buddhismus differenziert Wirklichkeit und Wahrheit wie folgt:
Wirklichkeit ist das, was auf uns einwirkt. Und wie es auf uns einwirkt.
Wahrheit ist die Existenz, wie sie ist.
So gesehen gibt es viele Wirklichkeiten, aber nur eine Wahrheit.
Ich bin in mehr von den westlichen sprachgebräuchlichen Wortbedeutungen ausgegangen.)
