Wie entsteht die Zeit? Der zeitlose Zustand, aus dem unser Universum entstanden ist/sein soll, produziert unendlich viele "Bilder", zeitlose Bilder, Bilder eines Zeitpunktes. Die Bilder aber, die einer logischen, deterministischen Ableitung eines anderen Bildes entsprechen, reihen sich logisch an dieses Bild (das die deterministischen Ursachen gestaltet). Beide Zeitpunktbilder reihen sich einander an und vermitteln auf diese Weise automatisch den Zustand der Zeit! Das ist ähnlich wie bei den aufeinanderfolgenden Bildern eines Films. Die Zeitpunktanreihung hört natürlich nicht nach 2 Zeitpunkten auf, die Anzahl der Zeitpunkte ist sehr, sehr groß. Und dass das nächste Bild ausfallen könnte, muss uns nicht sorgen, denn die Bildproduktion (aus dem zeitlosen Zustand!) ist unendlich und fällt nicht aus, so wie jedes andere Naturgesetz das auch nicht tut!
Wie diese Zeit-Theorie wird auch eine Bild-Theorie abgeleitet: Die Unendlichkeit (zeitloser Zustand) produziert unendlich viele Pixel-Zusammensetzungen. Von denen sind die meisten sinnloses Zeug. Unsere Welt, unser Universum ist also eine Zusammensetzung von sehr, sehr vielen (aber nicht unendlich vielen) Pixeln, die als Existenz in Raum und Zeit wahr genommen wird. Weil diese Art der Pixel-Zusammensetzung erst reflektierende Wesen hervor bringt, die das können!
Damit soll nicht gesagt werden, dass es Raum und Zeit nur durch unsere Wahrnehmung gäbe! Wir nehmen dieses Raum-Zeit-Gebilde wahr, weil (nach unserer jetztigen Erkenntnis) nur in einem solchen Leben und Erkenntniswesen geschaffen werden können.
Im Grunde reicht ein binäres System der Ja-Nein- oder Schwarz-Weiß-Bestimmung pro Pixel - eine quasi beliebig lange Anreihungsmöglichkeit natürlich vorausgesetzt - aus, um unsere Welt, unser Universum und alle mögliche Existenz zu erklären.
Es müsste allerdings erklärt werden können, wieso "das Nichts" (oder der raum- und zeitlose Zustand) zu so einer binären Unterscheidung eines Pixels kommt.
Dieses Produktionssystem hätte dann nicht nur unser Universum geschaffen, es hätte nicht nur uns geschaffen, es hätte - neben den unendlich vielen sinnlosen Pixelanreihungen - auch eine unendliche Zahl von Universen geschaffen, in denen auch andere intelligente Leben existieren. Es wird auch Paralleluniversen geschaffen haben, in denen ähnliches Leben oder gar fast gleiches und sogar 100-%-ig mit dem unseren identisches Leben gibt!
D.h., in Paralleluniversen wird es Personen geben mit einem Leben und einem Umfeld, das dem deinen hier auf Erden gleicht. Und andere, die dir (und ihm) ähneln - usf.
In meinem
"Klon"beispiel
(in diesem Kapitel) erkläre ich, wie dein Bewusstsein im Zeitpunkt deines Todes in andere Körper "schlüpfen" kann, ohne dass du es merkst. (Weil du ja schon vorher auch in diesem Körper existent warst.)
Ein ähnliches "Umschalten" erklärt die Vielweltentheorie auch. Nach ihr ist ja jede mögliche Pixelanreihung existent. Das komplette Bild eines Zeitpunktes holt sich ja den nächsten schlüssigen Zeitpunkt aus dem Meer der schon produzierten Möglichkeiten heraus, der sich aus ihm als Determinante ergibt. Viele Alternativen eines Bild-Zeitpunktes gibt es da nicht: eher nur eins.
Was ist aber, wenn eine bestimmte Begebenheit zwei verschiedene Schlussfolgerungen zulässt? Nehmen wir als Beispiel die Ziehung der Lottozahlen (nehmen wir zudem an, dass die Ziehung der Zahlen tatsächlich - theoretisch wie praktisch - dem reinen Zufall erliegt): dann wird es ab diesem Zeitpunkt mehrere Ereignisse geben, die die bisherige, logisch deterministisch aufgebaute Ereigniskette als solche fortsetzen können.
Diese Vielfalt der Ereignismöglichkeiten (die die Zeitschiene fortsetzen können) schafft automatisch eine Spaltung in Parallelwelten - in der Anzahl der Ereignismöglichkeiten. Jede Ereignismöglichkeit muss also auch ein Ereignis werden ! D.h., in irgend einer der Parallelwelten bist du in der Tat der Lottomillionär, während du hier der Loser bist!
Und wenn du hier per Zufall (wie unser bedauernswerter "Klon" aus gleichnamigem Beispiel) chancenlos vor ein Auto läufst - du lebst in der glücklicher verlaufenden Parallelwelt weiter, ohne den "Wechsel" zu bemerken - und natürlich nicht nur in der. (Ein ähnliches Beispiel ist die berühmte
"Schrödingers Katze".
)
Vielweltentheorien sind auch mit anderen Ereignisfolgen zu konstruieren. Man kann der herrschenden Urknall-Theorie folgen, nach der es auch nicht nur unser Universum - eher unendlich viele - gibt.
Entscheidend ist mir hier, die Duplikationsmöglichkeiten und -wahrscheinlichkeiten deines Lebens, deiner Ich-Wahrnehmung und deines Bewusstseins - auch auf dem Strang der Vielweltentheorie - aufzuzeigen.
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1) David Deutsch und Frank J. Tipler sind Vertreter der Vielweltentheorie
