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Das Sein und das Nichts 1)



Um die Dinge um uns herum zu erklären, können wir auch nichts anderes tun, als die sinnlichen Wahrnehmungen in die logischen Ableitungen zu extrapolieren.

Wenn wir die Ableitungen bis ins Unendliche führen, löst sich die uns bekannte Logik der Beziehungen auf.
Die Fülle löst sich in Leere auf.
Und umgekehrt.
Nichts ist greifbar. Ohne Bestand.
D.h., das Wesen aller Fülle ist das Nichts.
Unlogisch?

1 : 1 = 1
1 : 0,1 = 10
1 : 0,001 = 1000
1 : 0,00000000001 = 100000000000

usw.


Die meisten werden schon wissen, worauf ich hinaus will: Je kleiner der Teiler, desto größer das Ergebnis. Dann kommen wir irgendwann auf

1 : 0 = ∞

Nun ist diese Gleichung in der Mathematik "nicht erlaubt". Weil ja Etwas durch Nichts nicht teilbar ist...
Das wollen wir mal so stehen lassen. Wenn wir aber das ganze oben stehende Paket der erlaubten Gleichungen logisch ableiten, dann kommen wir eben doch auf die Gleichung

1 : 0 = ∞

Wenn wir diese Gleichung zum Spaß mal so gelten lassen, dann gilt auch:

1 : ∞ = 0

D.h., im Verhältnis zur Unendlichkeit ist das Etwas ein Nichts. Und im Verhältnis zum Nichts ist das Etwas Alles! Unlogisch?

Du kannst nun verschiedene Gleichungen bauen, in denen du statt der 1 eine andere Zahl setzt: 2:0; 6:0;.... oder 15:0, das Ergebnis wird immer = ∞ sein. D.h., diese Gleichungen sagen aus, dass unter dem Aspekt der Unendlichkeit jede Größe ein NICHTS ist; sie hebt alle Relationen auf. Unlogisch?

Die Mathematik sagt, dass das Wesen aller festen Größen aus dem Aspekt der Unendlichkeit das Nichts, die Leere ist. D.h., es widerspricht nicht dem logischen Denken, anzunehmen, dass unter dem Aspekt der unendlichen Ausdehnung die Leere die Schöpferinstanz aller endlichen Fülle ist! Die Mathematik spielt der Theorie der Kosmologen zu, dass das Universum aus der Leere kommt.

Die Mathematik tut das. Die Mathematiker tun das nicht....



Wir teilen unsere Realitätswahrnehmung in Erscheinungsformen und dem Wesen dieser Erscheinungsformen auf, das die Kausalbegründung für sie ist.
Die Erscheinungsformen sind sinnlich wahrnehmbar, das Wesen nur über den Verstand.

Aber auch das "Wesen" dieser Dinge hängt an Kausalbezügen, die erst einmal so nicht zu erkennen und das "tiefere" Wesen der Wesen sind.

So kommen wir zu dem Schluss, dass das Wesen aller Dinge das Nichts ist, in dem die Bezüge des endlichen Seins nicht gelten. Und umgekehrt.


Die Buddhisten interpretieren die sinnlichen Erscheinungsformen als "Illusion", das Wesen dahinter als den wahren Geist.
Alles, was tiefer begründet werden kann, ist Erscheinung, der Grund das Wesen, der Geist.
So kommen sie zu dem Schluss, dass alle Materie und ihre Raum-Zeit-Bezüge Illusion seien und das NIRWANA das eigentliche Sein!

Tatsache ist aber wohl, dass Erscheinung und Wesen nicht in Illusion und Wahrheit zu teilen sind, sondern dass beides wirklich ist. Oder wahr. Wahr-Nehmung und Wesen. Wirklich sind auch das Sein und das Nichts!



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1) Dieser Artikel hat nichts mit Sartres Werk zu tun. Nach Sartre führen die menschlichen Grunderfahrungen wie Angst, Langeweile und Verzweiflung vor das "Nichts". Es geht ihm wohl um die Empfindung der Führungslosigkeit der Menschen, die plötzlich begriffen, dass es Gott nicht gibt.
Hier wird lediglich die logische Verzahnung des Seins mit dem Nichts dargestellt.




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