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Exkurs: Was ist Liebe?


Es gibt zwei verschiedene Pole der Liebe:
1. die begehrende Liebe, die Liebe, die ein Objekt an sich binden will. Und weniger daran denkt, wie es ihm, dem Objekt, damit geht.
Die begehrende Liebe geht oft so weit, dass der "Liebende" sein Objekt der Liebe an sich zwingen will. Die Liebe wird er als umso größer empfinden, je mehr er sich dafür anstrengen muss. Die "Liebe" scheint "unendlich", wenn er sich vergeblich bemüht.

2. gibt es die gebende Liebe, die den Liebenden dazu bringt, darauf bedacht zu sein, Sorge zu tragen, dass dem Objekt seiner Liebe alles Gute widerfährt.
Die real gelebte Liebe wird zu verschiedenen Teilen immer, fast immer, eine Mischform dieser beiden Extreme sein.

Die beiden Extreme des ausschließlichen Egoismus und der ausschließlichen Selbst-Verlorenheit sind eher widernatürlich und werden von unseren Empfindungen auch nicht als Liebe wahr genommen.

Die begehrende Liebe entspringt dem Naturtrieb, der nach Vereinnahmung, nach Vereinigung, strebt.
Dagegen steht das andere Ego.
Die beiden Egoismen verhandeln über einen sozialen Prozess und Lernprozess, der die verschiedenen Interessen organisieren und nach Möglichkeit harmonisieren muss.
Zwischen Ego und Ego.
Zwischen Egoismus und Gemeinschaftserfordernis.
Zwischen individueller Lust und äußerer Realität.
Das sind die Pole, zwischen denen die Kraft der Liebe (Freundschaft, Sorge, Empathie, Wut, Hass usw.) zum Leben erwacht.




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