Für Gläubige ist "Glauben" meist etwas anderes, als für die Atheisten.
Wir sagen ja, dass Glaube erstens mangelndem Wissen entspringt und zweitens zwingend mit Zweifel verbunden ist.
Viele Gläubige meinen jedoch, Glaube sei eine Erfahrung, die über eine Form der Suggestion zur Gotteserfahrung führt; die in der Regel jedoch seltsamerweise kaum sprachlich vermittelbar ist.
Nur der Gläubige habe den Zugang zu diesem Schatz.
Das Opfer des gesunden Menschenverstandes ist damit die "Tür zu Gott".
Fehlinterpretationen schließen die Religionsverhafteten aus. Sie sind glücklich, den Alternativweg neben dem Verstandesweg gefunden zu haben.
"Verstehen" können das nur die, die einen ähnlichen Verführungsweg - weg von der Logik - gegangen sind. Für "Ungläubige" ist diese Erfahrung nicht erklärbar.
Nun ist Unkommunizierbarkeit von bestimmten Erfahrungen durchaus vorstellbar:
Wie, z.B., beschreibst du den Geschmack einer Erdbeere?
Oder wie kann man kleinen Kindern die Lust am sexuellen Verkehr beschreiben?
Ist das der selbe Unterschied zwischen Erfahrung und Unerfahrenheit, der erfahrene Gottesexistenz unkommunizierbar macht?
Oder weicht der "Erfahrene" lieber einer genaueren Beschreibung aus, in der Ahnung eine andere als die erwünschte Erklärung zu bekommen?
Wenn sein Verhalten nicht einmal in Erklärungsversuche hineinreicht, sondern einer Erklärungsverweigerung gleichkommt, dann kann man diesen Eindruck gewinnen...
Ich glaube, dass der Gläubige in seiner Not, nur im Gottes-Glauben Erlösung von Leere und Schmerz zu finden, so sehr das Ereignis einer möglichen Gotteserfahrung glaubt zu glauben - und sie auch für sich haben will, dass er sie letztlich auch als "selbst erfahren" glaubt. Und diesen Zustand mit aller Gewalt für sich behalten will. Aber dieser Glaube scheint mit doch das Ergebnis einer suggestiven Geistesverwirrung zu sein.
Wir haben von Erzengels- und Jesusoffenbarungen und Wunderheilungen gehört, was immer man davon halten mag. Aber nachprüfbare Indizien für Gotteserfahrung sind sie nicht.
Gotteserfahrung!
Das ist das Pfund im Angebot!
Vor ihrer Unkommunizierbarkeit strecken die Wissens-Streiter ihre Waffen der Argumentation!
Ist es in der Bibel, wie im Koran, nicht der Teufel, der - mit anderen Gelüsten, aber ähnlich hinterlistig - lockt?
Wer lässt sich in solche Fallen locken, wer kauft am ehesten die Katze im Sack?
Der, der Not leidet, seelische Not; der, der meint, nichts mehr zu verlieren zu haben.
Ist der Gottesschutz nicht die Sehnsucht der Menschen, denen der Mensch den Schutz versagte?
Was sagt denn euer Gott dazu, dass ihr ihm die Teile schickt, die ihr kaputt gemacht habt, statt sie selber zu reparieren? Das ist Arbeitsverweigerung vor dem HErrn!
Glaube nicht an einen Gott, glaube an die REALITÄT! Wenn du mit ihr im Einklang stehst, dann wirst du deine Erfahrungen machen, die ich als kosmisch bezeichne!
Die sind verknüpft mit deinem logischen Denkvermögen als deinem dir gegebenem kostbarstem Geistesinstrument.
Was ist diese "kosmische Erfahrung"? Folgendes:
Jede Erkenntnis und jede Erfahrung, zu der dein Ego das Licht zum "Ja" anknipst.
Dein Ego ist es, das deine Entscheidungen bestimmt. Und in das unsere Mutter Natur deinen Arbeitsauftrag eingeschrieben hat, dem du zu folgen hast!
Und wir werden mit Glücklichsein und Freiheitsgefühl belohnt, wenn wir etwas richtig taten. Freiheit ist, der Natur zu dienen, die in uns geschrieben steht.
Die Natur hat uns das Ego gegeben, für das wir die Verantwortung tragen und das wir eines Tages wieder zurück geben müssen. Wir haben dafür zu sorgen, dass es gutes Wasser bekommt und gute Luft. Und dass es im Herbst des Lebens die bestmöglichen Früchte trägt.
Wem diese Früchte schmecken, der hat die Leitbarkeit für kosmische Energie bewiesen!
Wer sich hinter Unkommunizierbarkeit versteckt, um sich groß und mich gering zu machen, und gleichzeitig die Angstkeule schwingt, zu der die Angstreligionsverhafteten nun einmal fähig sind, der hat nicht mein Mitgefühl, aber meinen intellektuellen Respekt verloren.
Als Anhang sei dieser Stelle eine Meditationstechnik zur Ewigkeitserfahrung erwähnt:
Bhagwan sprach seinerzeit von ihr.
Diese Meditationstechnik soll dich ohne Zweifel wissen lassen, dass dein Leben ewig ist.
Der Meditierende begibt sich in einen konzentrierten Ruhezustand und stellt sich nach und nach das Absterben seiner einzelnen Organe vor. Bis, nach seiner Vorstellung, alle tot sind. Dann soll sich das Bewusstsein einstellen: Jetzt bin ich mausetot - aber ich lebe ! Ich kann gar nicht sterben!
Dieses Erlebnis ist zwar sprachlich zu vermitteln - aber kaum (als wahr) zu begründen. Logisch ist dieser Vorgang (noch) nicht nachvollziehbar. Daher ist das Wissen dieser Wahrnehmung unkommunizierbar. Wissen kann nur der, der diese Meditationserfahrung macht. Dem Rest bleibt nichts anderes übrig, als sie zu glauben. Oder auch nicht.
(Je mehr der Todes-Meditierer dieses "Nicht-Sterben-Können" bestätigten, desto glaubwürdiger könnte das Ergebnis dann möglicherweise sein. Leider lässt die Literaturquelle: "Der Höhepunkt des Lebens" von Bhagwan Zahlen darüber vermissen...)
Bhagwan warnt übrigens davor, diese Meditationsübung ohne professionelle Aufsicht anzugehen. Einzelne wären schon mit einem derartigen Talent in diese Übung eingestiegen, dass sie die Grenze zwischen Vorstellung und Realität überschritten hätten und wirklich daran gestorben sind! Die waren zur Erfolgsbestätigung der Meditation für uns Hinterbliebene leider nicht mehr zurück zu holen.
Wenigstens ist das Angebot gegeben, diese Erfahrung nachzuvollziehen. Aber wer würde das, bei dem Risikoeinsatz, schon tun?
Die Unkommunizierbarkeit solcher Erfahrung (mit denen, die diese Erfahrung nicht haben) bietet aber auch die Möglichkeit der Falschinterpretation, die Möglichkeit, einfach nur einem übergroßen Wunsch die Fähigkeit zur Realwahrnehmung zu opfern. Die Gefahr ist umso größer, je weniger das Ereignis (der Ewigkeitswahrnehmung) einer kritischen Haltung die Chance bietet, den Wahrheitsgehalt anhand von Indizien und Fakten zu widerlegen - oder zu bestätigen.
Wir setzen hier auf logische Erkenntnisarbeit, die den Ergebnissen der Technik der Erfahrungserkenntnis aber beileibe nicht widersprechen muss.
Ich für meinen Teil neige dazu, diesen Erfahrungsprotokollen zu glauben.
Glauben. Etwas anderes bleibt uns nicht.
Diese Technik versucht ein Beleg für das ewige Leben zu sein.
Ein Beleg für die Gottesexistenz ist sie damit aber nicht.
