Wir kennen alle die freudianische Einteilung des Individuums in das Über-Ich, das Ich und das Es.
Der freudianischen Definition von
Erziehung für das Über-Ich, dem
Ich für das bewusste Leben und dem
Es für das Unterbewusstsein und dem Sexus
möchte ich eine andere hinzufügen:
a) Das Über-Ich ist durch die Gesamtheit der Umwelteindrücke gebildet.
b) Das Es ist die Gesamtheit der Triebanlagen, die Natur in dir - und da sie ohne deinen Körper nicht existieren kann, auch die Natur an dir - also deine Natur überhaupt.
c) Und das Ich, das Ego, ist der Punkt, der Fokus, die Perspektive, durch die sich die ganz spezielle Umweltkonstellation zu aus dem sich ergebenden ganz speziellen Leben in dieses Es einbrennt.
Dieses Ich ist das Außenbild des Es.
Es - das Ich - nimmt sich aber als den Herrn seines Hauses (Körpers) wahr: Das Es ist dem Ich
sein Körper,
seine Gefühle,
seine Wahrnehmung und
sein Wille.
Das Ich ist egomanisch und dumm.
Ohne Selbstreflektion hat es aber auch keine andere Chance, als dumm zu sein.
Nach all unserer wissenschaftsgeschichtlichen Erfahrung ist jedes "dumme" Weltbild, also jedes Weltbild ohne Analyse und Außenbetrachtung, egozentrischer Natur. Und eine solche erwies sich bisher immer noch als falsch: Die Erde ist nicht das Zentrum der Sternenwelt, wie wir ja wissen - und wir dürfen uns darauf einrichten, dass das ICH nicht die Schaltzentrale und auch nicht der Quell unseres Lebens ist. Es ist nichts als ein reflektierendes, spiegelndes Organ!
Dieses "Ich" ist so wenig einmalig wie es durch sich determiniert
1) ist - was ja so sein müsste, wenn unsere Freiheitsempfindung tatsächlich auf freier Handelsentscheidung beruhte. Hinter der "Freiheit" des Ich steht der "Wille" der im "Es" verankerten Natur. Wenn deine Handlung mit dem Willen der Natur im Einklang steht, dann fühlst du dich "frei". Im Grunde hast du aber nur das getan, was dir aufgetragen wurde. Dein Ich betrügt dich in der Bedeutung seines - und deines - Seins! So wie deine Wahrnehmung, dass dein Ich, deine Lebenspotenzen, mit deinem Erlebten identisch sei.
Das sich selbst analysiert habende Ich erkennt seine Abhängigkeiten, die Gewalt des Es - und das es (das Ich) maximal nichts anderes als sein williger Vollstrecker ist. Die Wahrnehmung von der "Freiheit des Geistes" ist eine Selbsttäuschung, die, wie so oft, sich einer sinnlichen Wahrnehmung begnügt und nicht auf seine Wesensanalyse (mit Außenbetrachtung) verlässt.
2)
Zusammenfassung: Das Zentrum deines Bewusstseins, das dir sagt:
ICH BIN, dieses Zentrum ist im
ES, im vielfach auch in anderen Körpern vorhandene und immer wieder geboren werdende ES.
Es ist nicht in diesem ICH zu finden, dem unvergleichlichen und dir deshalb so kostbar scheinenden ICH, unter das du auch deinen sterblichen Körper stellst, den du in die selbe Einmaligkeit erhebst, wie diesen Film, der durch den Brennpunkt deiner Ich-Perspektive läuft und den du DEIN LEBEN nennst.
Dieses ES ist nicht so einmalig, weil es auch in all den anderen lebendigen Körpern ist. Und - das kann man gerne wiederholen - dieser Abschied von dem Bewusstsein von unserer individuellen Einmaligkeit ist keine Entwertung unserer Leben - ganz im Gegenteil - er kann nur unsere
BEFREIUNG sein!
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1) Siehe die Determinismus-Artikel
2) Diese Erkenntnis sollte aber niemanden dazu bringen, seinem Willen keine Beachtung mehr zu schenken! Denn er ist immer - wenn bisweilen auch (durch Verdrängungsreflexe) falsch adressiert und versteckt - der Willesausdruck deines Es!