Wir gehen hier von der im Vorartikel (Die determinierte Gegenwart) formulierten These aus, dass alles Sein, alle Segmente des Seins, in Kausalbeziehungen von Ursache und Wirkung stehen. Wogegen eigentlich nicht viel spricht.
D.h., alles ist letztlich von "Außen" bestimmt.
Die subjektiv empfundene Entscheidungsfreiheit ist eine Illusion.
Die Menge der zwingenden Zufallsentscheidungen darf nicht so sehr ins Gewicht fallen, dass sie ein anderes Gesamtbild produzieren als das, das ohne sie zu guter Letzt entstünde. Auch das müssen wir als gegeben betrachten.
Alles ist kausal genau erklärbar. Nur überfordert es unseren Verstand, das konkret nachzuvollziehen.
Wenn das stimmt, dann müsste auch die Zukunft bis in die Details schon heute (realtheoretisch) nachzuvollziehen sein. Nur mit unseren paar Gehirnlappen, unseren bescheidenen Datenbänken und unserem Kommunikationsnetz geht das natürlich nicht.
Wir müssten all die Determinierungen unserer Dinge und Handlungen bis in die kleinsten Reflexe glasklar einsehen können bis in das 1000ste Glied der Kausalkette hinein. Wir müssten zudem all die Kausalketten der Ereignisse und kleinsten Ereignisse, die von außen unser Leben kreuzen bis in das 1000ste Glied hinein erkennen. Unmöglich, kaum vorstellbar - allenfalls in dieser Abstraktion.
D.h., die Zukunft ist "fotografierbar", obwohl es sie noch gar nicht gibt.
D.h., wir, die in der Zeitschiene immer in einem Heute Verhafteten, müssen es so sehen, dass es sie noch gar nicht gibt.
Ein aus der Zeitschiene Entbundener - das ist jetzt eine sehr theoretische Vorstellung - mit der Fähigkeit, uns wahr zu nehmen, sähe die (zeit-raum-relevante) Existenz möglicherweise wie eine Filmrolle, und er nähme das, was für uns das Heute ist, als die Sequenz wahr, die gerade auf der Projektionsfläche zu sehen ist.
Dieser Film ist ein Film, der vielleicht schon x-, eigentlich unendlich mal, abgespielt worden ist.
Kaum vorzustellen, aber siehe den Artikel von der "ewigen Wiederkehr"
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Gibt es also das viel zitierte "Buch des Lebens", gibt es ein schon fertig geschriebenes "Buch der Existenz"?
Ist die Zukunft nicht nur schon fest gelegt, sondern schon da, irgendwo in der 8. Dimension?
Das alles bedeutet nicht weniger, als dass Vorsehung möglich ist!
"Alles ist vorbestimmt!" lautet ein geflügeltes Wort.
Vorsehung ist theoretisch insofern möglich, als dass die Zukunft in der Gegenwart mehr oder weniger ein bereits anschaubares Objekt ist. Es ist eine Sache der Informationen und Informationsmenge, die ja - mit fast unendlich anderen Informationen, die Basis für das Zukunftgeschehen ist. Leute mit einer besonderen Begabung für zukunftsgeschehensrelevante Informationsbündelung mögen ein besonderes Geschick für Vorhersagen haben, die dann auch eintreffen - wenn sie clever genug sind, die Vorhersage möglichst abstrakt zu halten.
Es gibt Vorsehungsträume und relativ präzise Visionen. Weil uns die Vergangenheit nicht gänzlich verschlossen ist, ist uns die Zukunft (theoretisch) maximal genauso offen.
Hat es überhaupt noch Sinn, sich über Entscheidungen einen Kopf zu machen, wenn die Zukunft eh schon feststeht?
Verleitet diese Erkenntnis nicht dazu, sich nur noch auf die Couch zu legen, um die Dinge abzuwarten und auf sich zukommen zu lassen, so wie sie ja schon festgeschrieben sind?
Wer so denkt und sein Handeln tatsächlich in dieser Art und Weise kurzschlösse, der darf sich vor Augen führen, dass auch ein solcher Kurzschluss exakt schon so festgeschrieben stünde - mitsamt den Kreislaufbeschwerden und dem wirtschaftlichen Niedergang, der dem derartigen Abstellen des Alltagsbetriebes folgen würde... Denn jede Wirkung entsteht aus dem Vorgegebenen, auch angesichts der Tatsache, dass die Zukunft schon existiert.
